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Geschichte der Kunststoffe
Meilensteine der Jahrhunderte |

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| 1825 | Michael Faraday (*1791 †1867) | Das Benzol wird von dem britischen Chemiker und Physiker Michael Faraday entdeckt. |

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| 1826 | Otto Unverdorben (*1806 †1873) | Der Apotheker Otto Unverdorben entdeckt das Anilin, ein flüssiges Zersetzungsprodukt von Indigo. Es soll später ein wichtiger Grundstoff für viele Farb- und Kunststoffe werden. |

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| 1828 | Friedrich Wöhler (*1800 †1882) | Friedrich Wöhler stellt durch Synthese von anorganischem Ammoniumcyanat den organischen Harnstoff her, ein Meilenstein in der Geschichte der organischen Chemie |

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| 1838 | Henri Victor Regnault (*1810 †1878) | Henri Victor Regnault stellt das gasförmige Vinylchlorid im Gießener Laboratorium von Justus von Liebig her. Er hat beobachtet, daß sich daraus bei längerer Einwirkung von Sonnenlicht ein weißes Pulver bildete, welches Polyvinylchlorid war.
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| 1839 | Charles Goodyear (*1800 †1860)  | Charles Goodyear führt das Vulkanisieren von Gummi ein.
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| 1865 | Kekulé von Stradonitz (*1829 †1896) | Kekulé von Stradonitz stellt die ringförmige Benzolformel auf.
Die Begründung der modernen organischen Chemie. |

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| 1872 | John Wesley Hyatt (*1837 †1920)  | John Wesley Hyatt beginnt mit der komerziellen Vermarktung von Celluloid.Bereits um 1860 schrieb der amerikanische Hersteller von Billardkugeln, Phelan & Collander, einen Preis von $10.000 für einen brauchbaren Ersatzwerkstoff für Elfenbein aus. Hyatt entwickelte ein Verfahren zur Bearbeitung von Collodiumwolle (=Pyroxylin) unter Druck. Es entstand ein Cellulosenitrat, das mit Campher und Alkohol plastisch gemacht wurde. Hyatt gewann den Preis dennoch nicht, wurde aber als erster erfolgreicher Hersteller von Kunststoffen bekannt. |

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| 1872 | Adolf Ritter von Baeyer (*1835 †1917)  | Adolf Ritter von Baeyer gelingt die Polykondensation von Phenol und Formaldehyd und legt damit die Grundlage für die heutige Polymerchemie. |

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| 1905 | Jacques Edwin Brandenberger (*1872 †1954) | Der Schweizer Chemiker Jacques E. Brandenberger erfindet das Cellophan. 
Im Jahre 1908 meldet Brandenberger sein Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung von Cellophan-Folie aus Viskose zum Patent an. |

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| 1909 | Fritz Hofmann (*1866 †1956) | Der künstliche Kautschuk «Buna» wird am 12. September patentiert. Fritz Hofmann gewann aus Kalk und Kohle das Butadien. Durch die Erfindung des ersten synthetischen Kautschuks (Polyisopren) ist Hofmann weltberühmt geworden. |

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| 1910 | Leo Hendrik Baekeland (*1843 †1944)  | Leo H. Baekeland und die Rütgers AG gründen die Bakelite GmbH und bauen die Produktion in Erkner bei Berlin auf. Beginn der Phenolharz-Produktion.Noch heute ist Bakelite unersetzlich wenn formstabile Bauteile trotz Hitzeeinwirkung formstabil bleiben müssen. |

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| 1912/ 1913 | Fritz Klatte (*1880 †1934) | Fritz Klatte gelingt 1912 die Aufklärung des von Victor Regnault 1838 zufällig entdeckten Polymerisationsvorgangs von PVC. Zusammen mit E. Zacharias schafft er die Grundlage für die technische Herstellung von Vinylchlorid aus Acetylen und Chlorwasserstoff und von Polyvinylchlorid. Das erste Polymerisationspatent für PVC, in dem auch schon Anwendungsmöglichkeiten für diesen Kunststoff als Werkstoff genannt werden, wurde Klatte 1913 erteilt. Die großtechnische Auswertung des PVC begann 1938 in Bitterfeld. |

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| 1915 | William Henry Bragg (*1862 †1942) | Der englische Physiker William H. Bragg erhält den Nobelpreis für Physik aufgrund der Erforschung des Gitteraufbaus der Kristalle durch Röntgenstrahlen. |

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| 1926 | Hermann Staudinger (*1881 †1965)  | Hermann Staudinger begründet die makromolekulare Chemie. Staudingers Idee, dass Kunststoffe aus großen Molekülen bestehen, die aus zahlreichen kleinen Molekülen zusammengesetzt sind, stieß auf heftiges Unverständnis. Man verglich seine Idee mit der Behauptung eines Biologen, er hätte einen Elefanten in Afrika entdeckt, der 1500 Fuß lang und 300 Fuß hoch sei. Staudingers Forschungsergebnisse werden erst nach Jahrzehnten anerkannt, 1953 erhält Staudinger dann sogar den Nobelpreis für Chemie verliehen. |
| | Eckert & Ziegler GmbH | Die erste serientaugliche Spritzgussmaschine wird von der Eckert & Ziegler GmbH industriell hergestellt. |

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| 1929 | Hermann Franz Mark | Die BASF erhält das Patent auf die Herstellung von monomerem Styrol. |

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| 1930 | Carl Wulff Eugen Dorrer | Das Patent auf die von Carl Wulff und Eugen Dorrer erarbeitete Polymerisierung von Styrol wird der BASF erteilt. In Ludwigshafen wird die radikalistische Polymerisation von Polystyrol bei der IG-Farben begonnen. |

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| 1931 | Julius A. Nieuwland (*1878 †1936)  |  DuPont bringt das von Vater Julius Nieuwland erfundende Neoprene unter dem Markennamen Duprene auf den Markt. |

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| 1935 | Wallace H. Carothers (*1896 †1937)  | In den Labors von DuPont entwickelt Wallace H. Carothers den Werkstoff Polyamid bzw. Nylon.Und erfreut damit zunächst die Damenwelt, später werden Polyamide zu den wichtigsten Kunststoffen für belastete Maschinenteile. 1938 startet die Produktion von Nylon, Dupont fertigt Fasern für die bald in Mode kommenden "Nylons".
Sündhaft teuer aber sexy: Das erste Paar Nylonstrümpfe wird nach dem Krieg für viele zum Symbol für das Wirtschaftswunder. |

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| 1937 | Otto Bayer (*1902 †1982)  | Otto Bayer, er leitet bereits mit 31 Jahren die Labors der IG-Farben in Ludwigshafen, und seine Mitarbeiter erfinden die Polyaddition von Isocyanaten und Polyolen zu Polyurethan.Heute fertigen wir aus Polyurethan Großteile bis 50 kg Stückgewicht für alle Bereiche der Industrie. |

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| 1937/ 1938 | Paul Schlack (*1897 †1987)  | Paul Schlack entwickelt bei IG-Farben das Polyamid 6 (PA 6), bekannt unter dem Markennamen Perlon, durch Polymerisation des e-Caprolactam. |

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| 1938 | Roy J. Plunkett (*1910 †1994)  | Roy J. Plunkett erfindet den ersten Fluorkunststoff, ein Polytetrafluorethylen (PTFE). DuPont erhielt 1941 das Patent auf das PTFE. |

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| 1953 | Hermann Schnell (*1916 †1999)  | Hermann Schnell entwickelt in den Labors von Bayer das Polycarbonat (PC). Bereits 1958 wird die Produktion in einer großtechnischen Anlage aufgenommen.
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| | Karl W. Ziegler (*1898 †1973, Foto)  Giulio Natta (*1903 †1979)  | Karl W. Ziegler und Giulio Natta entwickeln ein Verfahren zur Polymerisation von Ethylen zu Niederdruck-Polyethylen mit metallorganischen Katalysatoren.Beide erhalten 1963 den Nobelpreis für Chemie verliehen. |

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| 1957 | Montedison, Ferrara | Die Firma Montedison stellt zum erstenmal Polypropylen im industriellen Maßstab her. |

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| 1958 | | Die industrielle Fertigung von Polyacetal (POM) wird begonnen. |

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| 1964 | General Electric Co. | Das modifizierte PPO wird von General Electric Co. am Markt eingeführt. Kern beginnt mit der Fertigung von Pumpenbauteilen aus diesem Hochleistungspolymer. |

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| 1965 | Union Carbide | Udel, ein Polysulfon (PSU), wird von der Union Carbide am Markt eingeführt. Kern fertigt sterilisierbare Kunststoffbauteile für die Medizintechnik aus PSU. |

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| 1971 | | Ein neuer Hochtemperaturwerkstoff, das flüssigkristalline Copolyester wird erfunden. |
| | Phillips Petroleum | Im gleichen Jahr stellt Phillips Petroleum das Ryton, ein Polyphenylensulfid (PPS) vor. Kern beginnt mit der Fertigung von Pumpenlaufrädern und Bauteilen für Durchflussmessgeräte aus PPS. |

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| 1974 | Paul J. Flory (*1910 †1985)  | Die Nobel-Stiftung ehrt John Flory aufgrund seiner grundlegenden Ausführungen, sowohl theoretisch als auch experimentell, in der physikalischen Chemie der Makromoleküle. |

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| 1982 | General Electric Co. | Ultem, ein Polyetherimid (PEI), wird von der General Electric Co. am Markt eingeführt. Kern fertigt aus diesen völlig neuen Hochleistungskunststoff innovative Strukturbauteile für die Elektronik und den Flugzeugbau, denn Ultem verfügt über eine gute Brandschutzausrüstung und geringe Rauchgasdichte. |

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| 1987 | 3D-Systems | Die Stereolithographie zur Herstellung von Prototypen wird am amerikanischen Markt eingeführt. |

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| 2000 | Alan J. Heeger (*1936, Foto links)  Alan G. MacDiarmid (*1927, Foto mitte)  Hideki Shirakawa (*1936, Foto rechts)  | 
Den drei Professoren Heeger, MacDiarmid und Shirakawa wird der Nobelpreis für Chemie wegen Ihrer Forschungsarbeit an elektrisch leitenden, aber organischen Polymeren verliehen. Mit der Erfindung von elektrisch leitenden Polymeren gelingt die Kombination der elektrischen Eigenschaften von Metall mit der Flexibilität von Kunststoffen. |
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